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Kompetenz- und Informationszentrum
Wald und Holz

 

Berufsbild: Forstwirt*in (Ausbildung)

Berufstyp:Beruf nach Ausbildung
Berufsbezeichnung:Forstwirt*in
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt:Forstwirte und Forstwirtinnen begründen Waldbestände, d.h. sie forsten Flächen mit jungen Bäumen auf.
Sie pflegen und schützen Waldflächen, indem sie Schädlinge bekämpfen, Areale mit jungen Bäumen einzäunen und Triebe mit chemischen Lösungen oder durch mechanische Schutzeinrichtungen vor Wildverbiss schützen. Auch pflegen sie (Feucht-)Biotope, Moore und Gewässer. Für die Walderneuerung gewinnen sie Samen der Waldbäume: Sie ernten Tannenzapfen oder sammeln die Samen von Laubbäumen. Bei der Holzernte fällen sie Bäume mit der Kettensäge, entasten, messen und markieren die Stämme.
Oder sie setzen Holzerntemaschinen (Harvester) ein, die Bäume fällen, entasten, entrinden, zerteilen sowie vermessen und die dabei gewonnenen Daten direkt an forstwirtschaftliche Informationssysteme übermitteln.
Sie bauen und unterhalten Waldwege und Forststraßen sowie Erholungseinrichtungen, z.B. Bänke und Picknickplätze, montieren Hochsitze, bringen Nistkästen an und richten Wildfutterplätze ein, die sie im Winter mit Futter versehen.
Zu ihren Aufgaben gehört auch die Instandhaltung ihrer Arbeitsmittel - angefangen von traditionellen Werkzeugen bis zu hochmodernen Maschinen, Fahrzeugen und digitalen Geräten.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen:

 
  • Waldbestände erneuern bzw. begründen
    • Saatgut gewinnen, z.B. mithilfe von Netzen, die unter Bäumen gespannt werden oder durch Erklettern der Bäume
    • Bäume ansäen, Sämlinge vereinzeln, junge Bäume auspflanzen
    • Triebe von Jungbäumen durch Aufbringen von Lösungen oder durch mechanische Schutzeinrichtungen z.B. vor Wildverbiss schützen
    • Schonungen (Bestände junger Bäume) zum Schutz vor Wildverbiss einzäunen, Zäune instandhalten
  • Waldbestände, Biotope und Gewässer, pflegen und schützen
    • Waldbestände durchforsten, d.h. zu dicht stehende Bestände auslichten
    • Wertästung durchführen
    • Schnee- und Windbruch beseitigen
    • Boden düngen (auch zur Verbesserung umweltgeschädigter Böden)
    • Bestände auf Schädlingsbefall kontrollieren, befallene Bäume und Totholz entfernen, ggf. Schädlingsbekämpfungsmittel ausbringen
    • (Feucht-) Biotope und Heideflächen erhalten, Gewässer pflegen
  • Holzernte durchführen
    • Bäume für die Holzernte kennzeichnen
    • Bäume mit der Kettensäge sowie ggf. seilunterstützt fällen, Stämme entrinden und entasten, Stämme und stärkere Äste zerteilen
    • Bäume mit (digitalisierten) Vollerntern (Harvestern) fällen, entasten, entrinden und zerteilen
    • Stämme vermessen und kennzeichnen
    • Baumstämme rücken, z.B. mit Schleppern und Seilwinden, Stämme mit dem Forwarder einsammeln, aufladen, transportieren, sortieren, stapeln und lagern
  • Waldwege bauen und unterhalten
    • Entwässerungsarbeiten durchführen, Drainagen legen
    • Wander- und Holzrückwege anlegen, befestigen und instand halten, dabei auch Erdbewegungs- und Baumaschinen führen
    • an den Wegrändern Gehölz und Pflanzen entfernen, ggf. Wegränder mähen
  • forsttechnische Maschinen, Einrichtungen, Geräte und Systeme bedienen
    • forstbetrieblich relevante Daten wie Waldzustand, -pflegeplanung, wirtschaftliche und Geometriedaten in Waldinformationssystemen erfassen
    • Laserscanner bedienen, z.B. zur Vermessung von Stämmen
    • Harvester, Forwarder, Schlepper, Erdbewegungsmaschinen führen
    • Kettensägen, Mähmaschinen, Seilwinden, Steigeisen und Handwerkzeuge einsetzen
    • Maschinen, Geräte, Handwerkzeuge warten, pflegen und instand setzen
  • in der Wildpflege mitwirken, z.B. Hochsitze und Wildfutterstellen bauen, Nistkästen anbringen, Futterstellen im Winter auffüllen
  • in Bestattungs- oder Friedwäldern z.B. Urnenbeisetzungen vorbereiten, Bestattungsbäume pflegen
 

Voraussetzung:

In der Regel benötigt man eine abgeschlossene Berufsausbildung als Forstwirt/in. Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung zu dieser Ausbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Etwa jede/r Achte der Ausbildungsanfänger/innen hatte vor Ausbildungsbeginn an einer betrieblichen Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen.

Interessen:

Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um diesen Beruf erlernen und ausüben zu können. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit genannt. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.

Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten

  • z.B. Einzäunen von Aufforstungsflächen gegen Wildverbiss
  • z.B. Anbringen von Schutzvorrichtungen an jungen Bäumen
  • z.B. Fällen, Transportieren und Sortieren von Bäumen, Interesse an organisatorisch-prüfenden Tätigkeiten
  • z.B. Überwachen des Schädlingsbefalls im Wald, Kontrollieren des Baumbestandes, Interesse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeiten
  • z.B. Planen, Koordinieren und Organisieren von Baumfällarbeiten.
 

Sonstige Zugangsbedingungen:

Ein Sachkundenachweis gemäß Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung kann für die Ausübung der Tätigkeit erforderlich sein.

Kernkompetenzen, die man in diesem Beruf erwirbt:

Forstgeräte, -Maschinen, Forstschutz, Forstwirtschaft, Holzernte, Wald anpflanzen, Waldpflegearbeiten

Arbeitsorte:

Forstwirte*Forstwirtinnen arbeiten in erster Linie im Freien. Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Werkstatt- und Geräteräumen oder in forstwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Arbeitssituation:

Forstwirte und Forstwirtinnen erledigen viele Arbeiten von Hand, z.B. mit Hacke oder Spaten, bedienen jedoch auch Maschinen wie Motor-, Kreissägen, Holzernter und Transportfahrzeuge. Das kann körperlich sehr anstrengend sein. Sie tragen Schutzkleidung, einschließlich Handschuhe, Helm und - bei Sägearbeiten - Schutzbrille oder -visier sowie Gehörschutz. Vorwiegend arbeiten sie in Wirtschafts- oder Erholungswäldern bzw. auf aufzuforstenden Flächen. Ihre Einsatzorte wechseln häufig. Sie arbeiten z.T. in schwierigem Gelände, z.B. an steilen Hängen, oder in abgelegenen Gebieten. Im Freien sind sie der Witterung ausgesetzt. Das Instandhalten bzw. -setzen von Wegen, Zäunen und Spielgeräten erfordert handwerkliche Fähigkeiten, die Wartung von Maschinen und Fahrzeugen technisches Verständnis. Um Unfälle zu vermeiden, ist z.B. bei Baumfällarbeiten oder beim maschinellen Entasten, Entrinden oder Spalten von Holzstämmen Umsicht geboten. Sorgfältig bringen Forstwirte und Forstwirtinnen Schutzvorrichtungen an jungen Bäumen an, um sie vor Wildverbiss zu schützen.

Arbeitsbereiche/Branchen:

Forstwirte*Forstwirtinnen finden Beschäftigung in erster Linie in Forstbetrieben, bei forstwirtschaftlichen Dienstleistern, bei Forstämtern und -verwaltungen des Bundes, der Länder und der Gemeinden. Darüber hinaus finden sie auch Beschäftigung in Landschaftsbau- und Baumpflegebetrieben.

Verdienst/Einkommen:

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): € 2.313 bis € 2.429

Quelle: Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit:

Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung (PflSchSachkV) 

Quelle:

© Bundesagentur für Arbeit
Quelle: Robert Kneschke – stock.adobe.com
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