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Wald und Holz

 

Berufsbild: Revierjagdmeister*in

Berufstyp:Beruf nach Meisterweiterbildung
Berufsbezeichnung:Revierjadmeister*in
Aufgaben und Tätigkeiten kompakt:

Revierjagdmeister organisieren die Arbeitsabläufe bei der Bewirtschaftung von Jagdrevieren und deren Wildbeständen. Im Revier legen sie Futterstellen an, beobachten die Gesundheit des Wilds, gestalten Lebensräume, schützen Pflanzen vor Wildverbiss und bejagen das Wild nach Abschussplan.

Neben kaufmännischen Aufgaben wie der Vermarktung von Wildbret oder der Kalkulation von Erträgen nehmen sie auch Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit wahr, z.B. durch Informationsveranstaltungen für Naturliebhaber. Sofern sie als Selbstständige einen Jagdbetrieb leiten, entwickeln sie die betrieblichen Grundsätze, bestimmen Art und Umfang der Investitionen, kontrollieren den wirtschaftlichen Erfolg, leiten Fachkräfte an und sind für die betriebliche Ausbildung verantwortlich.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Fachaufgaben
  • Jagdbetrieb und Wildtiermanagement planen und organisieren; Jagdreviere bewirtschaften
    • Wildbestände hegen, z.B. Futterstellen anlegen sowie pflegen, Wildkrankheiten erkennen und bekämpfen
    • Wildbestand regulieren, Wild nach Abschussplan erlegen
    • erlegte Stücke bergen, aufbrechen, Wildbret vermarkten
    • jagdliche Einrichtungen im Revier erstellen und unterhalten, z.B. Hochsitze
    • Jagdwaffen und Jagdhilfsgeräte pflegen und instand halten
    • Jagdhunde führen und abrichten
  • Lebensräume gestalten
    • Biotope pflegen, erhalten bzw. anlegen, Pflanzung von Hecken sowie standorttypischen Bäumen überwachen
    • Anlage von Äsungsflächen veranlassen
    • Wildschäden verhüten, z.B. dafür sorgen, dass Neupflanzungen eingezäunt werden
    • invasive, nicht heimische, Tier- und Pflanzenarten bekämpfen
    • Wildschäden begutachten, einschätzen und - bei Schäden an fremdem Eigentum - für Regulierung sorgen
  • Öffentlichkeitsarbeit leisten
    • Waldbesitzer, Jagdpächter, Landwirte und Landwirtinnen beraten
    • Vorträge oder Seminare z.B. zu Themen wie Lebensraumgestaltung oder Wildackerbewirtschaftung durchführen
    • Informationsveranstaltungen für Naturfreunde oder z.B. Walderlebnistage für Schulklassen gestalten
    • Jagdgesellschaften organisieren und betreuen
Führungsaufgaben
  • die Arbeit im Revier organisieren, Abläufe, Produkte und Dienstleistungen bewerten und ggf. optimieren
  • Betriebsergebnisse erfassen und analysieren
  • die Berufsausbildung planen, durchführen und überwachen
  • Personalbedarf planen, Mitarbeiter/innen einstellen
  • Mitarbeiter/innen unterweisen und führen, das Betriebsklima fördern, für die Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen sorgen
Leitungsfunktionen bei Selbstständigkeit
  • die Grundsätze für das gesamte kaufmännische, personelle und technische Geschehen gestalten
  • die Geschäftspolitik bestimmen, künftige Betriebsstrategien entwickeln und festlegen
 

Voraussetzung

Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung sind in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, z.B. als Revierjäger/in, und eine entsprechende Berufspraxis im Bereich des Berufsjagdwesens.

Alternativ kann man mit einer mindestens fünfjährigen Berufspraxis im Bereich des Berufsjagdwesens zur Meisterprüfung zugelassen werden.

Sonstige Zugangsbedingungen

Ggf. ist eine Erlaubnis zum Erwerb, Besitz und Führen von Waffen und Munition bzw. zum Schießen erforderlich. Wer die Jagd ausübt, benötigt einen Jagdschein. Hierfür muss man eine Jägerprüfung bestanden haben.

Kernkompetenzen, die man während der Weiterbildung erwirbt

Arbeitsvorbereitung, Betriebsmitteleinsatz planen, Jagdbetrieb, -wirtschaft, Naturschutz, Wildbestandskontrolle

Arbeitsorte

Revierjagdmeister arbeiten in erster Linie im Freien, in Büroräumen, darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Schulungsräumen z.B. von Jagdschulen

Arbeitssituation

Revierjagdmeister arbeiten in der Regel nach den Weisungen z.B. von Jagdpächtern oder Förstern. Für die Anleitung von Fachkräften und Auszubildenden benötigen Revierjagdmeistern Sozialkompetenz und Führungsqualitäten. Kommunikative Fähigkeiten sind von Vorteil, wenn sie beispielsweise Waldbesitzer oder Jagdpächter beraten oder Informationsveranstaltungen für Naturfreunde abhalten. Ermitteln sie Wildbestand und Wilddichte oder gehen sie mit Schusswaffen um, sind Sorgfalt, Genauigkeit und Umsicht unabdingbar. Auch bei der Jagd folgen sie strikt behördlich genehmigten Abschussplänen. Büroarbeiten erledigen sie genau und konzentriert, etwa bei der Planung von Arbeiten im Revier oder der Vermarktung von Wildbret. Revierjagdmeister arbeiten mit Handwerkzeugen, handgeführten Maschinen und Jagdwaffen. Ggf. tragen sie Schutzhelm, -brille oder -visier sowie Gehörschutz. Sie wechseln zwischen dem Büro und Arbeitseinsätzen im Freien. Bei Reviergängen sind sie der Witterung ausgesetzt. Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig: Revierjagdmeister arbeiten auch in den frühen Morgenstunden und spät abends oder nachts.

Arbeitsbereiche/Branchen

Revierjagdmeister finden Beschäftigung in den Jagdrevieren der verschiedenen Jagdbezirke, in Forst- und Jagdverwaltungen, bei Landwirtschaftskammern oder Jagdverbänden, an Jagdschulen

Verdienst/Einkommen

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich): € 2.661 Quelle: Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit

Bundesjagdgesetz

Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Revierjagdmeister und Revierjagdmeisterin  

Quelle:

© Bundesagentur für Arbeit
Draußen und drinnen: Zentrale Aufgabe eines Revierjagdmeisters ist die Jagd in freier Natur. Doch auch Büroarbeit zählt dazu, etwa die Organisation der Jagd oder die Vermarktung des Wildbrets. Foto: Janni – stock.adobe.com
Draußen und drinnen: Zentrale Aufgabe eines Revierjagdmeisters ist die Jagd in freier Natur. Doch auch Büroarbeit zählt dazu, etwa die Organisation der Jagd oder die Vermarktung des Wildbrets. Foto: Janni – stock.adobe.com
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