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Wissenswertes

Mit Holz hoch hinaus

Argumente für den Einsatz von Holz als Baustoff auch beim mehrgeschossigen Hausbau. Beispielhaft zwei Projekte beim Bauherrenwettbewerb HolzbauPlus 2018.

Umweltfreundliche Baustoffe und eine energieeffiziente Bauweise spielen in Zeiten des Klimaschutzes eine zunehmend wichtigere Rolle. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Als einer der ältesten Baustoffe der Geschichte vereint er Tradition, Umweltschutz und naturbezogenes Wohnen. Doch insbesondere im modernen Mehrfamilienhausbau scheinen diese Aspekte noch zu wenig Beachtung zu finden. Denn die Holzbauquote bei den Mehrfamilienhäusern sank von 3,7 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 3,2 Prozent. Dies belegen die aktuellen Zahlen der Holzbauquote des Bundes Deutscher Zimmermeister.

Dabei sprechen in Zeiten knappen Wohnraums auch bautechnische Argumente für den Baustoff Holz. Gerade in den deutschen Großstädten bietet sich ein riesiges Potenzial durch Aufstockungen von Bestandsgebäuden und Lückenschließungen an. Für diese Form der städtischen Nachverdichtung eignet sich die Holzbauweise deshalb besonders gut, weil sich zusätzliche Wohneinheiten aus Holz vergleichsweise schnell, flexibel und präzise aufstocken und errichten lassen.

Wie gut das beim mehrgeschossigen Bauen mit Holz gelingen kann, beweisen auch die beiden lobenden Erwähnungen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) getragenen Bauherrenwettbewerbs HolzbauPlus 2018. Sie gingen an die Architekten und Bauherren der „Hoffnungshäuser“ für heimische und geflüchtete Wohnungssuchende und das Studentenwohnheim „Woodie“. Beide Projekte werden im aktuellen bba Dossier Holzbau vorgestellt.

Inspiriert von den Container-Stapeln im Hamburger Hafen, bietet das Studentenwohnheim „Woodie“ 371 Apartments über sieben Geschosse. Die Architekten aus dem Hause Sauerbruch Hutton Architekten Berlin entwarfen identische Zimmer, welche in kompletter Holzmodulbauweise vorgefertigt wurden. Bei dieser Hybrid-Bauweise aus Stahlbeton (Erdgeschoss, Treppenkerne) und Brettsperrholz-Modulen konnte aufgrund der  Vorfertigung der Serienproduktion die Bauzeit  verkürzt werden.

Die Gestaltungsvielfalt im Holzbau ist groß. Im Gegensatz zu der kantigen Form des Studentenwohnheims Woodie findet man bei den „Hoffnungshäusern“ des Architekturbüros andOFFICE Blatter Ertel Probst Freie Architekten PartGmbB geschwungene Formen. Die „Hoffnungshäuser“ als Wohnungsbauprojekt für Integratives Wohnen von Geflüchteten und Einheimischen wurden als Teil eines Modularen Baukastens in Holzbauweise mit Baukörpern von zwölf bis 24 m Länge bereits an verschieden Standorten realisiert, etwa in Esslingen, Sinsheim und Bad Liebenzell.

Unterschiedliche Gebäudegrößen wurden mit wenigen Elementmodulen nach einem klaren Prinzip kombiniert. Der modulare Baukasten „Hoffnungshäuser“ ist ein System zur schnellen und qualitativ hochwertigen Planung von Wohnraum.

Im Vergleich zum konventionellen Bau gibt es beim Hybridbau in Verbindung mit dem modularen Bauen zahlreiche Vorteile:

Kurze Baustellenzeiten auf Grund der Vorfertigung,

  • gute Planbarkeit,

  • flexible Grundrisse,

  • Anpassungsfähigkeit der Gebäude bezüglich der Nutzungs- und Bedürfnisänderungen,

  • zügiger und kompletter Rückbau und Neuerrichtung an anderen Standorten.

Dem logistisch höheren Mehraufwand durch Transporte bei dieser Bauweise steht eine Einsparung von Lagerflächen auf der Baustelle entgegen. Letzteres ist vor allem im beengten Stadtraum ein Vorteil. Der Einsatz von zertifiziertem und womöglich regional produziertem Holz ist ökologisch wie ökonomisch vorteilhaft. Und Holz gilt zudem als ein Werkstoff, der ein angenehmes und warmes Raumgefühl verleiht. Holzhäuser entsprechen den heutigen Energiestandards und haben eine vergleichbare Lebensdauer wie herkömmliche Bauten.

Einen Auszug zu Geschosswohnungsbauten mit mittlerweile fünf-, sieben und sogar achtgeschossige Bauten in Mischkonstruktion aus Brettstapel-, Holzrahmen- und Holzskelettbauweise, zeigt die Referenzgebäudedatenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) mit ihren über 300  Baubeispielen.

Kontakt:

Kompetenz und Informationszentrum Wald und Holz
bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Kathleen Flotow
Tel: 03843 6930-326
E-Mail: k.flotow(bei)kiwuh.fnr.de

Anne Warda
Tel: 03843 6930-324
E-Mail: a.warda(bei)kiwuh.fnr.de

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