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Wald und Holz

 

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Klimaschützer Wald und Holz

Der Wald beeinflusst das Klima. Seine Pflanzen entziehen der Atmosphäre das klimawirksame Gas Kohlendioxid (CO2) und binden es. So entsteht eine Kohlenstoffsenke, die sich sogar noch ausweiten lässt. Doch wie funktioniert das?

Bildlich kann man sich den Wald wie ein Speichersystem aus drei großen Gefäßen vorstellen. Das erste besteht aus den Pflanzen, der lebenden Biomasse. Blätter, Nadeln und das Holz bilden ein Reservoir für Kohlenstoff. Zuwachs an Biomasse bedeutet, dass sich das Speicherbecken füllt.

Eckpunkte: Photosynthese
Biomasse entsteht im Wesentlichen durch Photosynthese von Pflanzen. Mittels Sonnenenergie wird aus Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasser (H2O) und verschiedenen Nährstoffen die Biomasse gebildet. Bei diesem Prozess wird Sauerstoff (O2) freigesetzt und Kohlenstoff (C) gebunden. Als vereinfachte Formel wird die Photosynthese am Beispiel Zucker (C6H12O6) oft wie folgt dargestellt: 6 CO2 + 6 H2O + Licht = C6H12O6 + 6 O2

Stirbt die Biomasse ab, dann verbleibt der Kohlenstoff zunächst im zweiten Speichergefäß aus toter Biomasse. In Streu und Totholz wird er so lange gebunden, bis er durch Verrottungsprozesse freigesetzt wird – oder durch Verbrennung. Dann gelangt er als Gas in Form von CO2 wieder in die Atmosphäre.

Verrottung und Verbrennung setzen CO2 wieder frei

Auch dem dritten großen Speicher, dem Waldboden, wird kontinuierlich lebende und tote Biomasse zugeführt, in komplexen Abbauprozessen über einen langen Zeitraum gebunden und schließlich nach Jahrhunderten oder gar nach Jahrtausenden wieder freigesetzt.

Je nach Qualität des Waldbodens oder der Zusammensetzung der Baum- und Pflanzenarten und der Menge an Totholz, lässt sich im Wald also mehr oder weniger Kohlenstoff speichern. Die Form der Bewirtschaftung hat darauf großen Einfluss. So haben Forscher herausgefunden, dass ein Waldboden nach einem Kahlschlag große Mengen an CO2 emittiert.

Speichervermögen für Kohlenstoff im Wald begrenzt

Doch das Bild mit den Speichergefäßen verdeutlicht auch, dass selbst bei optimalen Bedingungen das Speichervermögen für Kohlenstoff in einem Wald begrenzt ist. Es lässt sich aber vergrößern, indem ein weiteres Gefäß hinzugefügt wird: Die Holznutzung. Fällt man in einem Wald einen Baum und lässt statt seiner neue nachwachsen, wie es in einer nachhaltigen Forstwirtschaft der Fall ist, dann wird über diesen Biomassezuwachs der Atmosphäre wieder CO2 entzogen, aber weder der Totholzspeicher noch der Waldbodenspeicher werden beansprucht.

Holzprodukte als zusätzlicher Kohlenstoffspeicher

Verarbeitet man den Baum zu einem Holzprodukt und nutzt ihn etwa im Hausbau, so trägt diese Holznutzung zusätzlich zur Bindung des Klimagases CO2 bei – eine Kohlenstoffsenke. Und dies kann über einen langen Zeitraum geschehen: Selbst wenn ein Haus baufällig wird, lassen sich aus alten Balken und Bohlen im Anschluss noch kunstvolle Möbel herstellen. Und am Ende, wenn alle stofflichen Nutzungspfade ausgeschöpft sind, kann Holz als Energielieferant dienen. Man nennt dies eine Kaskadennutzung.

Zudem ersetzt Holz andere Materialien (wie Stahl, Beton und Plastik), die zum Teil energieaufwendig und damit klimaschädlich hergestellt werden und nicht nachwachsen. Dieser sogenannte Substitutionseffekt vervielfacht die Klimaschutzleistung sogar noch. 

Kaskadennutzung

Die Kaskadennutzung von Holz soll einen Beitrag leisten, dass Deutschland, wie von der Bundesregierung geplant, bis 2050 klimaneutral wird. Doch die genauen Auswirkungen sind längst noch nicht geklärt. Zwar wurden bereits einige Studien zur Ökobilanzierung über die Nutzungskaskade von Holz durchgeführt, doch die verfügbaren Berechnungsmodelle beschränken sich auf die forstlichen Produktionsprozesse und die ersten Verarbeitungsschritte.

So blieben bisher die Weiterverarbeitung und die Entsorgungsprozesse noch zu wenig beachtet. Insbesondere die für die Kaskadennutzung relevante Altholzverwertung mit ihrer stofflichen und energetischen Nutzungskette ist aber interessant.  

Forschen für Klimaschutz

Daher fördern die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aus Mitteln des Waldklimafonds Forschung und Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Hinzu kommt Forschungsförderung, die das BMEL über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) mit dem Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" tätigt. Zum Thema Klimaschutzwirkung von Wald und Holz wurde bereits einiges Wissen zusammengetragen, es gibt aber noch Forschungsbedarf in diesen weiten und spannenden Forschungsfeldern.

Waldklimafonds-Projekte

Projekte aus dem Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe"

 

62 Millionen (Mio.) Tonnen (t) Kohlendioxid (CO2) werden durch Wald und Holz in Deutschland jährlich gespeichert. Davon 58 Mio. t allein durch den Wald, 4 Mio. t durch die Holznutzung.

62 Millionen (Mio.) Tonnen (t) Kohlendioxid (CO2) werden durch Wald und Holz in Deutschland jährlich gespeichert. Davon 58 Mio. t allein durch den Wald, 4 Mio. t durch die Holznutzung.

Video: 5 Gründe, warum Wald der wichtigste Klimaschützer ist

(Quelle: FNR)