Kompetenz- und Informationszentrum
Wald und Holz

 

Projekte

Holzfasern als Torfersatz

Analyse und Optimierung der Herstellungskette von Holzfaserstoffen

Ziel

Optimierung der Herstellungsprozesse von Holzfaserstoffen als Torfersatz

Aufgaben

  • Erweiterung der Rohstoffbasis durch Einbezug wenig genutzter Holzsortimente und Anpassung der Zerfaserungsprozesse
  • Analyse sowie technische und wirtschaftliche Optimierung der Zerfaserungsprozesse durch Variation der Aufschlussbedingungen
  • Optimierung der Prüfverfahren zur Ermittlung der Stickstoffimmobilisierung von Holzfaserstoffen
  • Analyse der chemischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften der Holzfaserstoffe und Test ihrer pflanzenbaulichen Eignung unter Praxisbedingungen

Status Quo

Moorböden sind sehr kohlenstoffreich: Sie bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch mehr Kohlenstoff als die oberirdische Biomasse sämtlicher Wälder auf der Welt zusammen. Bei Torfabbau und -nutzung wird dieser Kohlenstoff in Form von CO2-Emissionen wieder frei. 2019 entstanden durch in Deutschland abgebauten und im In- und Ausland genutzten Torf Treibhausgasemissionen in Höhe von 2,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (UBA 2021). Der Torfverzicht kann damit zwar nur einen vergleichsweise kleinen, aber dennoch wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, den Torfeinsatz im Hobbygartenbau mittelfristig zu beenden und im Erwerbsgartenbau innerhalb eines Jahrzehnts deutlich zu reduzieren. Im Gegenzug müssen mehr Torfersatzstoffe zum Einsatz kommen. Neben Grüngutkomposten spielen Holzfaserstoffe derzeit in Deutschland vor allem bei Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau die größte Rolle. Das gravierendste Problem bei Holzfaserstoffen ist die leichte mikrobielle Abbaubarkeit. Sie führt bei höheren Holzfaseranteilen im Substrat nicht nur zu einem Anstieg des pH-Wertes und erheblichen Volumen- bzw. Masseverlusten, sondern auf Grund des sehr weiten C/N-Verhältnisses insbesondere zu einer erheblichen Stickstoffimmobilisierung. Dies stellt für Gärtner/-innen eine große Herausforderung dar, da die Höhe und der zeitliche Verlauf der Stickstoffimmobilisierung und damit der den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung stehende Stickstoff nur schwer kalkulierbar sind. Bisher gibt es hierfür noch keine zufriedenstellende Lösung, was sich limitierend auf die Holzfaseranteile in Kultursubstraten und Blumenerden auswirkt.

 Chancen

  • Deutliche Verbesserung des Standes von Wissenschaft und Technik im Bereich Torfersatzstoffe aus Holzfasern
  • Deutliche Steigerung der Ressourceneffizienz durch erhebliche Energie- und Materialeinsparungen
  • Beitrag zur Umsetzung der Torfminderungsstrategie und zum Klimaschutz in Deutschland

Projektdaten und -partner

Im Rahmen des Vorhabens „Vom Baum zum Torfersatz“ findet eine enge Kooperation mit dem Vorhaben „Nachhaltige Kultursubstrate auf der Basis von heimischen Holzrohstoffen“, koordiniert von der Hochschule Osnabrück (Förderkennzeichen 2220MT001A), statt. In letzterem Vorhaben wird der Einsatz eines thermischen oder thermo-hydrolytischen Prozesses zur Modifikation von Holzfasern geprüft, um deren Stabilität gegenüber einer mikrobiellen Umsetzung zu erhöhen.

Projekt-Laufzeit:

07/2021 – 06/2024

© Dörthe Hagenguth

© Dörthe Hagenguth