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Werthaltig und ökologisch: Gestelle von Funktionsmöbeln aus Buchenholz

Unterkonstruktion einer ausziehbaren Schlafcouch entwickelt, die zu 80 Prozent aus Holz besteht

Die Franz Fertig Sitz und Liegemöbel GmbH hat ein Verfahren zur Herstellung von Untergestellen aus Hartholz für Funktionsmöbel entwickelt. Bei den in einem FuE-Projekt hergestellten ausziehbaren Schlafcouchen ersetzt einheimisches Buchenholz 80 Prozent des sonst üblicherweise verwendeten Metalls.

Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Funktionsmöbel vereinen mehrere Funktionen wie „Sitzen“, „Schlafen“ und „Ausruhen“ in einem. Sie kommen neben dem privaten Wohnbereich insbesondere im professionellen Bereich zum Einsatz, etwa in Kliniken, Sanatorien, Hotels oder auf Kreuzfahrtschiffen.

Ziel des Vorhabens war es, den Bedarf für und die Akzeptanz von Unterkonstruktionen für Funktionsmöbel aus Hartholz-Verbundelementen zu untersuchen und ein darauf zugeschnittenes industrielles Herstellungsverfahren zu entwickeln.

Dazu analysierten die Mitarbeiter von Franz Fertig aktuelle Nachfragetrends im Möbelbereich. Im Ergebnis steigt sowohl die Nachfrage nach Multifunktionalität beim Wohnen als auch das ökologische Bewusstsein der Verbraucher. Für Kunden aus dem professionellen Bereich spielen Aspekte wie Qualität, Langlebigkeit und Preis, aber zunehmend auch die Nachhaltigkeit eine Rolle. Bedingt durch den demografischen Wandel gewinnt schließlich das Thema „Wohnen für die ältere Generation“ an Bedeutung, mit daraus folgenden veränderten Ansprüchen an Komfort und Bedienung. Diesen Nachfragetrends kommen gut bedienbare Funktionsmöbel mit Gestellen aus hochwertigem Buchenholz entgegen.

In der Folge entwickelte das Franz Fertig-Team zwei Modelle: Eine ausziehbare Couch mit der Funktion Schlafen auf Sitzhöhe (manuell und motorisch bedienbar) und eine ausziehbare Couch mit der Funktion Schlafen auf Loungehöhe (etwa 25 cm Höhe, nur manuell bedienbar). Die Konstruktion erfolgte CAD-basiert, das Herstellungsverfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung nach Grundsätzen des Kanban-Prozesses1  kostenoptimiert.

Bei den anschließenden Testläufen in Einrichtungshäusern, auf Messen und bei ausgewählten Kunden zeigte sich, dass diese die Holzgestelle als hochwertiger gegenüber den sonst üblichen Metalllösungen wahrnahmen. Die Resonanz war sehr positiv und Franz Fertig bietet inzwischen zwei der Modelle im Handel an. Optimierungspotenzial besteht jedoch noch: Das Gewicht ist im Vergleich zur Metallkonstruktion höher und der Aufwand für Montage und Umbau vom Sofa zur Schlafliege könnte weiter vereinfacht werden.

Als Rohstoff setzt Franz Fertig vor allem Buche der Qualität A von einheimischen Sägewerken ein. Die hohe Qualität ist für die Untergestelle in punkto Maßhaltigkeit, Druck- und Biegestabilität wichtig. Die Optik spielt hingegen keine Rolle, da die Gestelle überpolstert werden. Dadurch ergibt sich eine neue Verwertungsmöglichkeit für Chargen, die bei ansonsten gegebener Qualität optische Mängel aufweisen. Aber auch ganz generell eröffnet sich der deutschen Forstwirtschaft mit dem neuen Möbelsegment ein neuer umsatz- und margenstarker Absatzweg für Buchenholz.

Der Abschlussbericht steht auf fnr.de im Menü Projekte & Förderung unter dem Förderkennzeichen 22004912 zur Verfügung.

 

 

Pressekontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Nicole Paul
Tel.: +49 3843 6930-142
Mail: n.paul(bei)fnr.de
 

PM 2015-15

 

1 Kanban: Eine effiziente und flexible Methode der Produktionsprozess-Steuerung, bei der Lagerbestände minimiert werden.

 

Bei Verwendung der Bilder bitte die Quelle: Franz Fertig GmbH angeben.

 

 

Fotos: Franz Fertig GmbH
Fotos: Franz Fertig GmbH
 
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Der Waldbeauftragte des BMEL Cajus Caesar; Bild: Thomas Imo/ photothek.net
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit dem Waldbeauftragten des BMEL, Cajus Julius Caesar.
Bild: Thomas Imo/photothek.net
 
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