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Wald und Holz

 

Der Wald in Deutschland

 

Deutschland – reich an Wald und Holz

Mit einem Waldflächenanteil von 32% (11,4 Millionen Hektar) ist Deutschland eines der waldreichsten Länder Europas. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die deutsche Waldfläche um mehr als 1,5 Millionen Hektar gestiegen, so dass im deutschen Wald heute ca. 90 Milliarden Bäume wachsen. Das sind pro Einwohner über 1.000 Bäume.

Mit insgesamt ca. 3,7 Milliarden Kubikmetern Waldholz ist es zugleich auch das holzreichste Land des gesamten europäischen Kontinents. Pro Hektar sind das durchschnittlich 336 Kubikmeter Waldholz: so viel wie seit Jahrhunderten nicht mehr. Jährlich wachsen gegenwärtig in Deutschlands Wäldern ca. 127 Millionen Kubikmeter Holz hinzu.

Unsere Wälder – ökologisch wertvoll

Gemäß der jüngsten Bundeswaldinventur prägen den deutschen Wald 51 Baumarten, wobei vier Baumarten mit regionalen Unterschieden einen besonderen Stellenwert haben: Fichte (25 %), Kiefer (22 %), Buche (15 %) und Eiche (10 %).

Über drei Viertel des deutschen Waldes sind mittlerweile wieder Mischwald. Zwei Drittel unserer Wälder sind mindestens zweischichtig aufgebaut und damit auch ökologisch wesentlich vorteilhafter als gleichaltrige Bestände. Der deutsche Wald ist heute im Mittel 77 Jahre, auf ca. einem Viertel über 100 Jahre alt, und dies trotz der enormen Aufforstungen und Reparationsnutzungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus sind die Bäume so dick wie lange nicht mehr und befördern durch ihre besonderen altersabhängigen Strukturen die Struktur- und Artenvielfalt. Diese Entwicklungen sind das Ergebnis der seit drei Jahrzehnten bundesweit laufenden Waldumbauprogramme, um unsere Wälder artenreicher und damit stabiler gegenüber Umweltrisiken zu machen.

Vielfalt auch im Waldeigentum

Ca. 48 % unserer Waldflächen stehen im Privateigentum und 19 % im Eigentum von Körperschaften (z.B. Kommunen), verteilt auf ca. 1,8 Millionen private und körperschaftliche Waldeigentümer. Fast 96 % der Privatwaldeigentümer besitzen Wald mit einer Fläche weniger als 20 ha. Der durchschnittliche Privatwaldbesitz hat eine Größe von 3 Hektar. Die öffentlichen Waldflächen nehmen einen Anteil von 29 % (Bundesländer) bzw. 4 % (Bund) ein.

Quelle: Pixabay/bertvthul
Quelle: Pixabay/bertvthul
 

Kulturhistorischer Hintergrund

Wald, wie er heute existiert, ist ein Erbe der Vergangenheit. Von Natur aus würden Laubbäume das Erscheinungsbild der Wälder in Deutschland bestimmen. Die ursprünglichen Buchenwälder wurden durch die Ausweitung der Landwirtschaft zunehmend gerodet und auf ungünstigere Standorte zurückgedrängt. Der Brennholzbedarf stieg ständig. Hinzu kam der Bedarf an Holzkohle, Bauholz für Fachwerkhäuser und die Schifffahrt und später für die Erzverarbeitung, die Kohlegruben und andere Industriebereiche („Hölzernes Zeitalter“).

Auf den „ausgelaugten“ Böden wurden schließlich überwiegend Nadelhölzer angebaut. So kehrte sich das ursprüngliche Verhältnis von 70 % Laub- und 30 % Nadelholz um.

Um der sich anbahnenden Entwicklung der Waldübernutzung und Waldrodungen Einhalt zu gebieten, empfahl Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Oberbergamt in Freiberg, vor 300 Jahren in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica" erstmals, immer nur so viel Holz zu schlagen, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann. Damit legte er den Grundstein für die deutsche Forstwirtschaft und das Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Rohstoffen. Heute erfolgt die Verjüngung von Waldbeständen überwiegend über „Naturverjüngung“. Es wird auf eine Begründung von Mischbeständen geachtet, wobei die Standortverträglichkeit eine große Rolle spielt.

Buchenwald [Quelle: iStock]
Buchenwald [Quelle: iStock]
 
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